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Liebe Pfarrangehörige unserer Pfarreiengemeinschaft
Christkönig / St. Oswald,
liebe Besucher unserer Homepage!
In einer Kirche habe ich einmal folgende drei Inschriften gelesen:
1. „Ingredere totus“ = „Geh ganz herein!“
Frei und nicht gezwungen, Du musst nicht! Freue dich, der Herr ruft dich. Kirche heißt ja: zum Herrn gehören. Von innen heraus sollst du kommen, aus innerer Sehnsucht. Ein Liebender ruft dich und du selbst sollst ein Liebender werden. Verliebte wollen einander sehen.
2. „Progredere solus“ = „Geh vor allein!“
Die Messe ist ein Vorgang. Ich gehe nach vorne, um bei IHM anzukommen. Vor Freude gehe ich nach vorne.
„Nähert euch Gott, und er wird sich euch nähern.“ (Jak. 4,8)
Das schlichte Wort: „Satan flieht, wenn er dich am Kreuze sieht“, ist aus großer seelsorgerlicher Erfahrung gesprochen. Sich Gott nahen heißt: sich Gott unterwerfen.
3.„Egredere alius“ = „Geh anders heim!“
Zufrieden und gestärkt. Du hast mit Gott geredet. Er hat zu dir geredet durch sein Wort. Vieles kannst du niemand erzählen – aber IHM alles.
An wen hältst du dich, wenn nicht an Gott?
Eine schöne Inschrift, die mir zu denken gab. Zu denken deshalb, weil viele Abstand halten. Ich will ja nicht als fromm erscheinen. Ich will nicht vorne bei den ersten sein.
Weiche ich ihm nicht aus durch mein Verhalten? Mir kommt eine alte Fabel in den Sinn. Sie zeigt, wie schwer alte Gewohnheiten aufzugeben sind.
Die Krabbe und ihre Mutter
„Geh doch geradeaus“, sagte eine Krabbe zu ihrer Tochter.
„Hör auf, immerfort seitwärts zu gehen.“
„Mutter“, antwortete die Tochter.
„Zeig mir nur, wie. Wenn du geradeaus gehst, mache ich es dir nach.“
Was sagt uns diese Fabel?
Was du selbst nicht kannst, erwarte auch nicht von anderen.
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